13/01/2026 Redaktion

Nachhaltig aktivieren: Wie Gamification Umweltverhalten fördert

Nachhaltig aktivieren: Wie Gamification Umweltverhalten fördert
© Rotmont

Nachhaltigkeit ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit – doch der Wandel hin zu umweltbewusstem Handeln fällt vielen Menschen schwer. Wie lassen sich umweltfreundliche Entscheidungen spielerisch fördern? Gamification, also der Einsatz spielerischer Elemente ausserhalb von Spielen, ist ein wirkungsvoller Hebel, um Motivation und bewusste Verhaltensänderung zu aktivieren. Gerade für Green Marketing und CSR-Verantwortliche eröffnen sich so völlig neue Kommunikations- und Aktivierungswege.

Spielmechaniken als Hebel für nachhaltiges Handeln

Gamification nutzt Elemente wie Punkte, Abzeichen, Ranglisten oder Herausforderungen, um Verhalten zu lenken und positive Gewohnheiten zu festigen. Im Kontext Nachhaltigkeit können solche Mechaniken:

  • Bewusstsein stärken durch Feedback über den eigenen Impact

  • Motivation fördern durch spielerische Belohnungen und soziale Anerkennung

  • Verhaltensänderungen anregen durch klare Handlungsoptionen und kleine Challenges

Studien zeigen, dass Gamification die Bereitschaft zum umweltfreundlichen Verhalten steigert, insbesondere wenn die Erlebniswelt nah am Alltag der Nutzer:innen gestaltet ist.

Einblicke aus Forschung und Praxis

Eine Studie des Umweltbundesamts in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISE und weiteren Partnern hat das Serious Game „Little Impacts“ entwickelt und evaluiert. Das Spiel führt die Nutzerin Leah durch Alltagssituationen und zeigt einfache, umweltbewusste Entscheidungen auf. Die Studie bestätigte signifikante Steigerungen im Umweltbewusstsein und vor allem in der Veränderungsbereitschaft der Spieler:innen. Wichtig ist jedoch: Die Wirkung zeigt sich hauptsächlich in den im Spiel thematisierten Bereichen, eine Übertragung auf andere Umweltaspekte bleibt begrenzt.

Auch in Unternehmen gewinnt Gamification zunehmend an Bedeutung. Mitarbeitende werden über Apps und interne Challenges motiviert, Ressourcen zu sparen – sei es durch weniger Papierverbrauch, bewussteres Mobilitätsverhalten oder Energieeinsparungen. Studien belegen, dass insbesondere Feedback und Vergleich mit Kolleg:innen die Wirkung verstärken.

Tools und Formate für Green Marketing und CSR

Beliebte Formate sind:

  • Klimaschutz-Apps: Belohnungssysteme und Gamification-Elemente sensibilisieren und aktivieren Nutzer:innen (z.B. Greenify, Sustayn).

  • Serious Games: Vermitteln Wissen spielerisch und regen zum Reflektieren und Handeln an (z.B. Little Impacts).

  • Interaktive Challenges: Unternehmensweite Wettbewerbe oder Community-Aktionen, die nachhaltiges Verhalten spielerisch fördern.

  • Mobile Lern- und Aktivierungsplattformen: Vermitteln nachhaltige Themen flexibel und motivierend im Alltag.

Fazit

Gamification bietet Green Marketing und CSR-Verantwortlichen ein innovatives Werkzeug, um Umweltbewusstsein zu schaffen und nachhaltiges Verhalten spielerisch zu fördern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kombination aus emotionaler Ansprache, konkreten Handlungsempfehlungen und sozialem Austausch. So wird Nachhaltigkeit nicht nur kommuniziert, sondern aktiv gelebt – motivierend, nachvollziehbar und messbar.


Quellenangaben

  • Umweltbundesamt (2025): „Serious Gaming – Potenziale für Wissensvermittlung und Bewusstseinswandel für mehr Nachhaltigkeit“

  • Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE: „Studie zu Serious Games und Umweltbewusstsein“

  • Jing Du (2015): „Serious Games for Human Environmental Consciousness“

  • Haufe.de: „Gamification: Was Klimaschutz-Apps für Mitarbeitende bringen“


 

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