Regeln, Rollen, Mechaniken: Woher unser Blick auf Marken kommt

Ein Unternehmen entwickelt sich weiter. Sein Auftritt bleibt zurück. Rotmont ist eine Branding- und Designagentur. In unsere Arbeit fliesst auch ein Blick aus dem Game Design ein.

Woher dieser Blick kommt

Heidrun Föhn hat an der ZHdK den Master of Arts in Design mit Vertiefung Game Design abgeschlossen, dort Forschungsprojekte geleitet und zu spielbasierten Anwendungen veröffentlicht. Ihr analoges Serious Game «Kairos» zur beruflichen Neuorientierung wurde im Museum für Gestaltung Zürich ausgestellt. Aus dem Game Design stammt eine einfache Denkweise: Ein System lässt sich über seine Regeln, Rollen und Mechaniken verstehen.

Was dieser Blick in der Markenarbeit fragt

Ein Unternehmen steht nicht für sich allein. Es steht in Beziehung zu Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden, Partnern und Mitbewerbern. Wir schauen deshalb auf drei Dinge:

  • Regeln: Welche ausdrücklichen Vorgaben und unausgesprochenen Erwartungen gelten im Umfeld einer Organisation?
  • Rollen: Welche Position nehmen die Beteiligten ein, und welche Handlungsmöglichkeiten haben sie?
  • Mechaniken: Wie hängen Entscheidungen, Reaktionen und Konsequenzen zusammen?

Daraus entsteht noch kein Auftritt. Es hilft aber, Entscheidungen vorzubereiten: Was gehört in den Mittelpunkt des Angebots? Welche Haltung soll die Sprache zeigen? Wie führt die Website durch die Leistungen? Wir erarbeiten Optionen und zeigen, was sie für Positionierung und Auftritt bedeuten. Die Entscheidungen trifft das Unternehmen auf dieser Grundlage.

Was daraus nicht folgt

Ein Auftritt muss dadurch nicht spielerischer werden. Game Thinking ersetzt weder Markenstrategie noch Gestaltung. Aus der Methode folgt auch nicht, dass ein Spiel, ein Punktesystem oder eine Challenge entstehen muss. Rotmont ist keine Spielentwicklungsagentur. Ein Spiel- oder Lernformat kann Teil eines Projekts sein, wenn es der konkreten Markenfrage dient. Die Methode selbst bleibt im Hintergrund. Dieser Beitrag erklärt unseren Blick auf Marken, nicht ein einzelnes Projekt.

Unser Massstab

Er lautet nicht, wie spielerisch eine Lösung wirkt. Sondern ob sie das Richtige sichtbar macht: das heutige Angebot, den eigenen Anspruch und eine Position, die trägt. Nicht einfach neu. Sondern passend.